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Neue Sucht Online-Rollenspiel - Flucht in die Fantasy-Welt  
Online-Sucht

Köln/Berlin (dpa/jeb) - Hobbys hatte Matthias L. (Name geändert) schon viele, aber keines hat das Leben des 24-jährigen Kölners so verändert wie seine letzte Leidenschaft: das Online-Rollenspiel "World of Warcraft".

Weit über 90 Stunden pro Woche verbrachte er zuletzt in der virtuelle Fantasy-Welt "Azeroth". Experten warnen: Online- Rollenspiele wie dieses haben ein noch völlig unterschätztes Suchtpotenzial.

Vor drei Jahren hatte ein Freund Matthias von dem neuen Spiel erzählt. "Damals habe ich mir noch nicht viel aus Computerspielen gemacht", erinnert er sich heute. "Aber mit "WoW" hat sich das sehr schnell geändert."

Hinter dem Kürzel verbirgt sich das meistverkaufte Online-Rollenspiel der Welt. Seit "World of Warcraft" 2004 von "Blizzard Entertainment" veröffentlicht wurde, hat es einen Siegeszug rund um den Globus angetreten.

So erfolgreich wie das Spiel ist, so umstritten ist es jedoch aus der Sicht von Suchtexperten. Dorothee Mücken, Mitarbeiterin im Präventionsprojekt Online-Sucht der Drogenhilfe Köln, erklärt: ""World of Warcraft" ist ja nur eines von vielen Online-Spielen.

Man muss sagen, dass sie insbesondere für Jugendliche nicht ungefährlich sind. Die Spieler werden häufig relativ schnell zeitlich und psychisch völlig vereinnahmt."

Süchtige ordnen dem Spiel ihren ganzen Tagesablauf unter, wodurch es in der Schule oder am Arbeitsplatz zu Problemen kommen kann, wie auch Matthias L. aus eigener Erfahrung berichten kann:

"Ich habe immer öfter abends, nachts und das ganze Wochenende hindurch gespielt und hatte keine Zeit für essen oder duschen. Außer Zocken hat mir nichts mehr Spaß gemacht. Dadurch habe ich nicht nur irgendwann meine Freundin, sondern auch meinen Ausbildungsplatz verloren."

Da es sich bei der Computerspielsucht um eine sogenannte Verhaltenssucht handelt, muss sie anders therapiert werden als etwa eine Drogen- oder Alkoholsucht. "Grundsätzlich muss man jeden Fall individuell betrachten", erklärt die Expertin. "Wichtig ist, dass der Betroffene wieder in der Realität verfestigt wird und dass die Angehörigen und Freunde Interesse zeigen."

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, bestätigt dies: "Wir erhalten aus unseren Beratungsstellen eine rasant zunehmende Anzahl von Rückmeldungen, dass sich insbesondere Eltern und Lehrer über das für sie völlig neue Thema informieren wollen", sagt Bätzing im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

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