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Leberkrank ohne es zu wissen  
Leber

Millionen Deutsche sind leberkrank ohne es zu wissen - mit dramatischen Folgen. Bleiben Leberschäden unentdeckt, kann sich daraus Leberkrebs entwickeln.

"Die Todesfälle aufgrund von Leberkrebs haben sich seit den 70er Jahren mehr als verdoppelt", sagte Michael Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung in Hamburg. Etwa 80.000 Menschen starben demnach allein im Jahr 2007 an dieser Krebsform. Oftmals sei eine zu spät erkannte Hepatitis-Infektion Auslöser für den Krebs. Auch Übergewicht und Alkohol könnten zu Leberentzündungen und Leberkrebs führen, sagte Manns.

Leberkrankheiten schmerzen nicht
Da die Leber kein Schmerzempfinden hat und die Symptome oftmals unspezifisch sind, werden Lebererkrankungen oft erst spät entdeckt. Akute Leberentzündungen können zudem schleichend chronisch werden, was zu Leberzirrhose und letztlich bis zur Entwicklung eines Leberkrebses führen kann. In einer Studie der Universität Greifswald wiesen 25 Prozent der mehr als 4.000 Teilnehmer erhöhte Leberwerte auf. "Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung in Deutschland haben damit mehrere Millionen Menschen Zeichen einer Leberentzündung", sagte Manns. Die Früherkennung von Leberkrankheiten müsse daher verbessert werden. Eine Forderung des Deutschen Lebertages lautet, einen einfachen Bluttest auf bestimmte Leberwerte in den Check-Up 35 aufzunehmen.

Nur jeder Fünfte weiß von der Krankheit
Die Deutsche Leberstiftung schätzt, dass nur jeder Fünfte überhaupt von seiner Lebererkrankung weiß. Neben dem schmerzfreien Verlauf ist ein Grund hierfür auch in der Stigmatisierung von Leberkrankheiten zu suchen. Vielen Patienten werde pauschal ein zu hoher Alkohol- oder Drogenkonsum unterstellt. "Leberkrankheiten können jeden Menschen treffen, zu jeder Zeit", betonte Tobias Heintges von der Deutschen Leberhilfe e.V. Frühzeitig erkannt lassen sich demnach viele Lebererkrankungen sehr wirksam behandeln und Leben retten. So ist Hepatitis C inzwischen zu einer heilbaren Erkrankung geworden, sagte Heintges. Je nach Situation könnten heute zwischen 50 und 90 Prozent der Hepatitis-C-Patienten geheilt werden. Bei chronischer Hepatitis B könne durch die Behandlung zumindest die Virenmenge gesenkt und so Spätfolgen wie Leberzirrhose und Leberkrebs verhindert werden.


Die häufigsten Lebererkrankungen

Fettleber
Die Verfettung der Leber ist wohl die häufigste Lebererkrankung. Ursachen sind übermäßiger Alkoholkonsum, aber auch Übergewicht und Diabetes. Solange die Leber nicht entzündet ist, verursacht die Fettleber häufig kaum Symptome. Manchmal treten Schmerzen oder Druckgefühl im rechten Oberbauch auf. Da im Laufe der Zeit häufig zusätzliche Leberschäden wie eine Leberentzündung oder eine Leberzirrhose folgen, ist bei einer Fettleber ein gesunder Lebensstil wichtig: kein Alkohol, Gewichtsreduktion und eine gesunde Ernährung.

Entzündliche Fettleber
Während eine einfache Fettleber meist ein harmloser Befund ist, handelt es sich bei einer bereits entzündeten Leber um eine ernsthafte Krankheit, die ärztlich behandelt werden muss. Eine gesunde Ernährung sowie der Verzicht auf Alkohol und leberschädigende Medikamente ist dennoch wichtig.

Virus-Hepatitis
Virusbedingte Leberentzündungen sind sehr verbreitet. In Deutschland spielen vor allem Hepatitis A, B und C eine Rolle. Die Ansteckungswege werden oft verwechselt.

Hepatitis A
Die "Reisekrankheit" Hepatitis A wird vor allem durch verunreinigte Lebensmittel oder Schmierinfektionen übertragen. Gefährlich ist sie vor allem für Menschen mit schwachem Immunsystem oder bereits geschädigter Leber. Gegen Hepatitis A gibt es eine wirkungsvolle Impfung. Bei Reisen in Länder, in denen das Virus verbreitet ist, sollten Sie sich impfen lassen.

Hepatitis B
Hepatitis B kann durch alle Körperflüssigkeiten übertragen werden und ist relativ ansteckend. Sexualkontakte, Tätowierungen und Piercings oder der Kontakt mit infiziertem Blut sind mögliche Übertragungswege. Bei Kindern oder Menschen mit schwachem Immunsystem wird die Krankheit häufig chronisch. Gegen Hepatitis B gibt es eine wirkungsvolle Impfung, die für Kinder zu den Standardimpfungen gehört.

Hepatitis C
Die Krankheit wird fast ausschließlich durch direkten Blutkontakt übertragen, seltener durch sexuellen Kontakt. Bis 1992 waren infizierte Blutkonserven eine häufige Ansteckungsursache, heute ist die Übertragung bei Bluttransfusionen in Deutschland nahezu ausgeschlossen. Hepatitis C verläuft in mehr als 50 Prozent der Fälle chronisch und ist dadurch besonders gefährlich. Eine Impfung gibt es bislang nicht, allerdings lässt sich die Krankheit inzwischen recht gut mit Medikamenten behandeln. Lebervergiftung
Alkohol, Pilz- und Umweltgifte sowie Medikamente können die Leber akut schädigen. Gehen Sie bei einer möglichen Vergiftung sofort zum Arzt!

Autoimmunerkrankungen
Bei einer Autoimmunhepatitis greift das Immunsystem die eigene Leber an. Früher wurden solche Krankheiten selten erkannt. Heute werden sie häufiger und früher diagnostiziert. Je früher die Diagnose, umso besser die Heilungschancen.

Quelle: AP


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28.05.2014
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