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Zusammenhang von Hirnvorgängen und Drogenmissbrauch  
Gehirnzellen

Man weiss heute mehr über den Zusammenhang von Hirnvorgängen und Drogenmissbrauch als über beinahe irgend ein anderen Bereich der Hirnfunktionen. Grund dafür sind Aufsehen erregende Fortschritte der letzten zwei Jahrzehnte im Bereich der Neuro- und der Verhaltenswissenschaften. Forschenden ist es z. B. gelungen, für jede häufig missbräuchlich verwendete Substanz die entsprechenden Moleküle im Gehirn zu identifizieren. Sie haben die Rezeptoren auf Nervenzellen identifiziert, an die sich Drogen wie Kokain, Marihuana und Opiate im Gehirn binden. Im Falle von Kokain wurde erkannt, dass der Dopamin-Wiederaufnahme-Transporter in spezifischen Nervenzellen einer der wichtigsten Wirkungsorte für das Kokain ist.

Die Forschenden haben nicht nur spezifische Schaltkreise im Gehirn entdeckt, die mit Erlebnissen während des Drogengebrauchs, etwa der Euphorie, zusammenhängen, sondern auch herausgefunden, dass die Entwicklung einer Sucht die Folge von Langzeitwirkungen missbräuchlich verwendeter Stoffe auf das Gehirn ist – und dass die Sucht selbst zu einem veränderten Gehirn führt.

Im Laufe der Jahre wurde auch viel unternommen, um mit gewissen Ammenmärchen im Zusammenhang mit Sucht aufzuräumen (allerdings haben wir noch einen weiten Weg vor uns). Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung, ist Sucht wissenschaftlich nicht einfach mit einem grossen Drogenkonsum gleichzusetzen. Vielmehr handelt es sich dabei um eine andere Weise des Seins, einen Zustand, in dem das Bewusstsein von Drogen beherrscht wird.

Es handelt sich dabei tatsächlich um eine Hirnkrankheit. Bei jemandem, der süchtig geworden ist, dreht sich das ganze Leben nur noch um die Suche nach Drogen und ihren Konsum. Ein Süchtiger kümmert sich nicht mehr um die Folgen der Drogeneinnahme. Dies unterscheidet ihn grundlegend von jemandem, der einfach eine Substanz missbräuchlich verwendet. Der letztere hat die Wahl, ob er den Stoff anwenden möchte oder nicht. Deshalb wird Drogenmissbrauch oft als eine Willensentscheidung angesehen; Drogensucht ist aber eine Krankheit, die sich durch ein zwanghaftes, oft unkontrollierbares Verhalten der Drogensuche und -anwendung – selbst angesichts entsetzlicher negativer Folgen – charakterisieren lässt.

Man weiss heute auch, weshalb Leute Drogen konsumieren. Es gibt dafür verschiedene Gründe: sie wollen ihre Stimmung beeinflussen, ihre Wahrnehmung, ihren emotionalen Zustand; oder sie versuchen, sich selbst zu behandeln, um eigene Probleme zu bewältigen. Im Grunde genommen nimmt man Drogen, weil man sich durch sie sofort besser fühlt – was eine Folge der durch Drogen veränderten Hirnfunktion ist. Die Vorliebe für Drogen bezieht deshalb weniger auf sie selbst als auf deren Wirkung auf das Gehirn.

Alan Leshner, Ph. D.


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01.12.2012
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